Cremiger Hummus zum selbermachen

Hummus aus dem Supermarkt schmeckt nie so ganz wie gewünscht? Obendrein noch der ganze Verpackungsmüll… Das geht auch ganz einfach anders!

In diesem Rezept zeige ich Dir, wie Du einfach und unkompliziert Deinen eigenen Hummus zauberst, der Dich vom Hocker hauen wird!

Eine Schale Hummus angerichtet mit Brot und getrockneten Kichererbsen auf einer Schieferplatte.
Der fertige Hummus schmeckt gut auf Brot, zu Rohkost oder als Basis für Salatsaucen.

Ich und der Hummus

Gleich vorweg: Ich liebe guten Hummus. Leider ist es so schwer, diesen auch überall zu bekommen.

Meinen ersten Kontakt mit der leckeren Kichererbsen-Paste hatte ich leider viel zu spät – nämlich mit 21, als ich frisch nach Leipzig gezogen war. Hier lernte ich meine Partnerin Marie kennen. Entgegen meiner bisherigen kulinarischen Prägung – welche stark fleischdominiert war – war ich plötzlich mit der vegetarischen Kost konfrontiert.

Gerade für mein geliebtes Brötchen-Frühstück mussten also Alternativen zu Salami, Schinken und Leberwurst her – nicht zuletzt, da mir Käse auf Dauer zu eintönig wurde.

Im Supermarkt griff ich daher immer häufiger auch zu Hummus und anderen Aufstrichen. Häufig entsprachen diese aber nicht meinem Geschmack – waren z.B. entweder zu ölig oder hatten viel Essig dran. Kurzum: Sie waren ihr Geld und den damit verbundenen Verpackungsmüll nicht wert.

Also stellte ich mir die Frage:

Warum eigentlich nicht selber machen?

Ich recherchierte nun also quer durchs Netz. Gefunden habe ich vor allem Hummus-Rezepte, die mit Kichererbsen aus Glas oder Dose arbeiteten. Nachdem ich diverse dieser Rezepte ausprobiert hatte, hatte ich meine geschmackliche Richtung gefunden, mit der ich zufrieden war.

Es gab nur ein Problem:

Die Rezepte waren zwar schnell gemacht, aber die Konsistenz stimmte noch nicht. Der Hummus war immer leicht stückig – weit weg von der cremigen Konsistenz, die ich z.B. in syrischen Restaurants genossen habe.

Lustigerweise war es dann sogar der Wikipedia-Eintrag, der mir den entscheidenden Wink mit dem Zaunpfahl gab:

Ein guter Hummus braucht Zeit

Genauer gesagt: die Kichererbsen. Um den perfekten cremigen Hummus zu zaubern, sollten möglichst wenige Schalen der kleinen Alleskönner mit im Mixer landen.

Hierfür lohnt es sich, mit getrockneten Kichererbsen zu arbeiten. Dies dauert zwar länger und bedarf einer bewussteren Vorausplanung – der Gewinn ist aber enorm.

Beim Kochen der vorher eingeweichten Erbsen lässt sich das Grundproblem nämlich gut lösen. Durch einen kleinen, aber feinen Trick lassen sich die Schalen nämlich nahezu vollkommen ablösen:

Ein Topf mit Kichererbsenschalen an der Wasseroberfläche.
Abgelöste Kichererbsenschalen schwimmen nach dem Abschrecken an der Wasseroberfläche. Mit einem Teesieb lassen sie sich leicht abschöpfen – je weniger Schalen am Ende im Hummus sind, desto cremiger wird er.

Vor dem Kochen werden die Erbsen mit etwas Natron für 2-3 Minuten im Topf angedünstet. Dies hat den Effekt, dass sich die Schale schon leicht ablöst – während des Kochprozesses werden die meisten Erbsen somit schon geschält.

Am Ende werden die Kichererbsen abgeschreckt und mit kaltem Wasser aufgegossen. Mit einem Teesieb lassen sich nun die gelösten Schalen von der Wasseroberfläche abschöpfen – der Weg zum cremigen Hummus ist frei.

Die Sache mit dem Tahin

In jeden guten Hummus gehört Tahin – die würzige Sesampaste. In diesem Rezept machen wir uns den sonst recht festen Geschmacksträger zum cremigen Begleiter.

Hierbei hilft uns eine weitere Zutat, die aus meiner Sicht in einen frischen und guten Hummus gehört: Zitronensaft.

Mit Hilfe des Saftes und ein wenig Wasser lässt sich das Tahin in eine schöne glatte Grundbasis verrühren, die unsere Grundlage für den Hummus bildet.

Tahincreme in einer Schüssel mit Kichererbsen, Olivenöl und Gewürzen im Hintergrund
Die Tahincreme in der richtigen Konsistenz. Sie bildet die Grundbasis für den Hummus.

Da auch Knoblauch mit hineingehört, schlagen wir nun zwei Fliegen mit einer Klappe:

Der Zitronensaft wird vor dem Unterrühren mit den Knoblauchzehen (ungeschält) in einen Mixer gegeben und gut durchpüriert. Anschließend durch ein Sieb gegeben, erhält unsere Tahin-Masse eine frische und unaufdringliche Knoblauchnote.

Am Ende bleibt das Gewürz

Das Wundervolle am Hummus ist, dass er so wunderbar vielseitig würzbar ist. In diesem Rezept habe ich eine schöne Grundwürzung angewendet.

Sie besteht aus Kümmel (pass auf, dass es nicht zu viel wird!), Chili, Pfeffer, Räucherpaprika und etwas Kurkuma. Für meinen Geschmack ist dies die perfekte Kombination – für Dich kann es eine andere sein.

Eine Schale Hummus angerichtet mit Brot und getrockneten Kichererbsen auf einer Schieferplatte.
Hummus angerichtet mit Brot.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen herumzuexperimentieren. Empfehlenswert ist zum Beispiel auch die Ergänzung mit einigen getrockneten Tomaten und etwas Tomatenmark. Der Fantasie ist hierbei keine Grenze gesetzt.

Hast Du eine leckere Kombination gefunden, die Du mit uns teilen willst? Schreibe sie gerne in die Kommentare!

Eine Schale Hummus angerichtet mit Brot und getrockneten Kichererbsen auf einer Schieferplatte.

Rezept: Cremiger Hummus zum selbermachen

Der beste Hummus aus geschälten Kichererbsen zum selber machen. Lecker und cremig auf Brot oder als Dip zur Rohkost. Ideal auch zum vorbereiten und einfrieren.
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Gericht: Beilage
Land & Region: Mediterran
Keyword: Aufstrich, Nachhaltig, Selbstgemacht, Vegan
Vorbereitungszeit: 12 Stunden
Zubereitungszeit: 50 Minuten
Portionen: 6 Portionen
Kalorien: 259kcal
Autor: Max Boczek

Equipment

Zutaten

Für die Kichererbsen

  • 200 g Kichererbsen Getrocknet
  • 2 TL Natron
  • Wasser Nach Bedarf

Für die Tahinmasse

Anleitung

Kichererbsen vorbereiten

  • Die Kichererbsen für 12 Stunden in einer Schale mit kaltem Wasser einweichen lassen. Anschließend das Wasser abgießen.
  • Die Kichererbsen mit dem Natron in einen breiten Kochtopf geben. Für 2-3 Minuten bei mittlerer Hitze und gelegentlichem Rühren andünsten – anschließend mit ca. 1 Liter Wasser aufgießen und für ca. 35 Minuten köcheln. Die Kichererbsen sind fertig, sobald sie sich leicht an der Topfwand zerdrücken lassen. Danach durch ein Sieb abgießen.
  • Anschließend 'schälen' wir die Kichererbsen. Hierfür geben wir die Kichererbsen zurück in den Topf und gießen sie mit kaltem Wasser auf (etwa doppelte Höhe). Mit einem kleinen Sieb schöpfen wir nun an der Wasseroberfläche die gelösten Kichererbsenhäute ab. Dabei ruhig mit dem Sieb durch die Kichererbsen rühren – dies löst die restlichen Häute. Bei Bedarf das Wasser zwischendrin noch einmal tauschen.

Tahinmasse vorbereiten

  • Während die Kichererbsen kochen können wir die Zeit nutzen um die Tahinmasse vorzubereiten, die dem Hummus später seinen cremigen und guten Geschmack verleiht.
  • Zuerst pressen wir die Zitrone aus und geben den Saft zusammen mit etwa der selben Menge Wasser und den ungeschälten Knoblauchzehen in einen Mixer. Das Ganze gut durchmixen und durch ein Sieb in eine Schale abgießen.
  • Die Flüssigkeit vermengen wir nun mit einem Schneebesen mit dem Tahin, bis eine lockere cremige Masse entstanden ist. Sollte die Masse noch zu fest sein, vorsichtig Wasser hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Anschließend die Gewürze unterheben.

Es werde Hummus

  • Zur Tahinmasse geben wir nun das Olivenöl sowie die geschälten Kichererbsen. Alles wird mit dem Pürierstab fein püriert. Zum Schluss nach Belieben abschmecken.

Notizen

Da der Hummus sehr Zeitaufwändig in seiner Herstellung ist, empfehle ich die Vorbereitung von größeren Mengen. Diese lassen sich super in Gläsern abfüllen und einfrieren – so hast Du immer leckeren Hummus griffbereit und bei der Herstellung kaum Mehraufwand im Vergleich zu kleineren Portionen.

Nährwerte

Calories: 259kcal (13%) | Carbohydrates: 12g (4%) | Protein: 6g (12%) | Fat: 22g (34%) | Saturated Fat: 3g (19%) | Sodium: 388mg (17%) | Potassium: 188mg (5%) | Fiber: 3g (13%) | Sugar: 1g (1%) | Vitamin A: 121IU (2%) | Vitamin C: 4mg (5%) | Calcium: 47mg (5%) | Iron: 2mg (11%)
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Tipp: Hummus im Voraus produzieren

Zugegeben: Für ein kleines bisschen Hummus ist der Aufwand schon recht groß. Gerade wenn Du wie ich viel davon verdrückst, kann es auf Dauer ziemlich zeitraubend werden.

Dankenswerter Weise ist durch die Beschaffenheit des Gerichts der Mehraufwand zur Herstellung größerer Mengen sehr gering. Aus diesem Grund bereite ich oft die doppelte bis dreifache Menge vor und friere diese in Gläsern ein.

Sobald ich sie wieder auftaue, rühre ich den Hummus einmal kurz durch und die Konsistenz ist wie frisch gemacht.

Auf diese Weise reduziere ich meinen Arbeitsaufwand auf etwa 60 Minuten im Monat und habe jederzeit frischen Hummus im Kühlschrank 🙂

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