Parzelle 198 – Schaffe schaffe, Häusle baue | Gartentagebuch April 2020

Den April kann ich dieses Jahr mit einem Wort beschreiben: Uff!

In diesem Monat haben wir vermutlich am meisten Blut, Schweiß und Tränen vergossen – dafür sind wir unserem Wunschzustand des Gartens einen großen Schritt nähergekommen! 😊

Du willst wissen, was zuvor passiert ist?

Hier weiterlesen: Parzelle 198 – Ein Monat voller Tatendrang | Gartentagebuch März 2020

Samstag – 04.04.2020 | Es ist wieder einmal buddeln angesagt!

Anfang April war es endlich soweit – zumindest über eine Online-Reservierung konnte ich bei unserem ansässigen Baumarkt das nötige Baumaterial bestellen, um mit dem Bau des Gewächshauses zu beginnen.

Am Samstag konnte nun also der erste Spatenstich erfolgen. Petrus hatte Kaiserwetter bestellt und so konnten wir bei knapp 20°c fröhlich im Garten werkeln.

Dafür bauten wir den Fundamentrahmen für das Gewächshaus auf, um den späteren Standort vernünftig bestimmen und abstecken zu können.

Sobald der passende Quadrant neben unserer Laube gefunden wurde, machte ich mich wieder einmal ans Graben – gut 2m³ Erde wollten bewegt werden, um Platz für ein Gitter gegen Wühlmäuse zu schaffen.

Erster Spatenstich am Gewächshaus

Um die einzelnen Erdschichten nicht zu stark zu durchmischen (in etwa. 30 cm Tiefe beginnt der Boden etwas lehmiger zu werden) entschied ich mich dafür, zuerst die obere Erdschicht abzutragen und bei der Gelegenheit gleich durch ein Sieb zu schaufeln.

So kann ich den pflanzlichen Bewohnern der Zukunft hoffentlich einen schönen Start ermöglichen.

Gut zwei Stunden des Schippens und Siebens später waren die ersten 20-25 cm von dem knapp 4m² großen Areal feinkörnig auf einem Haufen.

Gartentagebuch April 2020 Gewächshaus Ausschachten

Anschließend ging es nach einer Mittagspause an die gröbere Arbeit in den unteren Erdschichten. Hier verausgabte ich mich weitere 1,5 Stunden in der prallen Sonne und nährte meinen beginnenden Sonnenbrand im Nacken.

Nachdem gut die Hälfte geschafft war, entschieden wir uns dazu Feierabend zu machen und gossen zum Abschluss noch einmal unsere frisch bepflanzten Gemüsebeete.

Sonntag – 05.04.2020 | Buddeln die Zweite!

Auch am Sonntag strahlte die Sonne wie ein Weltmeister und wir wurden zum Tagesbeginn fröhlich von unserer Vereinskatze begrüßt, die es sich gerade auf unserem Rasen gemütlich machte.

Marie begann den Tag mit dem Jäten und Umpflanzen in den Blumenbeeten und ich widmete mich wieder dem Projekt „wachsende Erdhaufen“.

Noch einmal 2,5 Stunden feinste Handarbeit sorgten für eine Intensivierung des roten Nackens und führten dazu, dass ich stolz vor einer recht plan ausgeschachteten 45 cm tiefen Grube stand.

Jetzt galt es nur noch, das Fundament vorzubereiten. Hierfür höhlte ich die Eckpunkte der Grube aus und bereitete Sie für die KG-Rohre vor, die in den nächsten Tagen mit Beton befüllt werden und dann das Punktfundament bilden sollen.

Fundamentrahmen Gewächshaus Venus 3800
Der Fundamentrahmen des Gewächshauses steht in den KG-Rohren, die später das Punktfundament bilden.

Zum frühen Nachmittag strichen wir dann die Segel und gönnten uns einen faulen Nachmittag auf der heimischen Couch – das hatten wir uns nach den beiden Tagen redlich verdient! 😊

Montag – 06.04.2020 | Fundamentplätze müssen verdichtet werden!

Ein früher Feierabend und gutes Wetter an diesem Montag ließ uns an diesem Nachmittag noch einmal in den Garten fahren, um endlich das Punktfundament zu setzen.

Nachdem wir mit der Wasserwage noch einmal den Fundamentrahmen auf den Rohren ausgelotet hatten, konnte ich den Beton anmischen.

Knapp 80 Kg Trockenbeton mischte ich in unserem Betonkübel und verfüllte ihn fleißig in die 50cm langen KG-Rohre.

Angemischter Beton
Noch etwas Wasser und der Beton kann in die Rohre!

Ob des Platzmangels durch die Fundamentanker des Rahmens in den Rohren eine schöne Frickelarbeit – immerhin muss gelegentlich die Luft aus dem Beton gestochen werden, damit der Frost dem Klotz am Ende nichts anhaben kann.

Gegen 18 Uhr waren wir damit fertig und genossen die letzten Sonnenstrahlen auf einer Picknick-Decke auf dem Rasen.

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Dienstag – 07.04.2020 | Drahtgeflecht macht mäusefest

Auch der heutige Dienstag ermöglichte es uns, gegen 16.30 Uhr noch einmal in den Garten zu fahren und an unserer Baustelle weiter zu werkeln.

Heute sollte unsere Wühlmaus-Barriere gebaut werden – der Grund, warum ich mir das Ausschachten der Grube überhaupt angetan habe.

Damit die kleinen Nager wenigstens im Gewächshaus nicht die Wurzeln unserer lieben Pflanzen abnagen und die Ernte verderben können, sollte das Erdreich mit engmaschigem Drahtgeflecht umschlossen sein.

Hierfür baute ich einen einfachen Holzrahmen, der innen in den Fundamentrahmen eingelassen wurde. Hieran tackerten wir das Drahtgeflecht – dadurch, dass die Bahnen untereinander entsprechend noch mit Wickeldraht verbunden werden mussten, dauerte auch dieses Prozedere gute 2,5 Stunden.

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Der Blick in die verschalte Grube.

Diese Woche hatten nun auch 4 der 19 Wertstoffhöfe in Leipzig wieder geöffnet. Wir packten im Anschluss also noch das Auto bis oben hin voll mit den gesammelten Werken von unserer Veranda mit dem Ziel, dies am kommenden Tag zu entsorgen.

Gartentagebuch April 2020 - Supermond über Parzelle 198
Die Kamera verzerrt den Blick auf den Supermond etwas – in Natura wirkte er viel größer!

Um 20 Uhr machten wir Feierabend und ich konnte mich auf die folgenden Tage freuen. Zum Abschied belohnte uns der aktuell auftretende „Supermond“ mit einem schönen abendlichen Anblick beim Abschließen des Gartens.

Mittwoch – 08.04.2020 | Ostern in Sicht

Jetzt ist er endlich da – der erste Oster-Urlaubstag. Eigentlich wollten wir dieses Ostern zur Familie in die Heimat fahren – Corona bedingt hatten wir nun aber viel Zeit für den Garten.

Wie geplant ging es mit dem rappelvollen Auto und mit selbstgenähtem Nasen-Mundschutz zuerst in Richtung Wertstoffhof.

Fahrt zum Wetstoffhof - Gartentagebuch April 2020
Mit ‚etwas‘ Gepäck ging es zum Wertstoffhof.

Dort angekommen lernten wir die geballte Kraft von 2 Wochen geschlossenen Wertstoffhöfen kennen. Die Autos stapelten sich vor dem Eingangstor und so stellten auch wir uns in die Schlange, die uns erstmal 1,5 Stunden unseres Vormittags kostete.

Glück im Unglück, denn der Ansturm sollte nach dem Mittag wohl noch größer werden. Am Nachmittag hörten wir von einer Räumung der Straße durch die Polizei, da sich der Rückstau am von uns gewählten Hof zu stark auf das Innerstädtische Verkehrsgeschehen auswirkte.

Nach einem kurzen Schlenker über den Supermarkt, um uns mit unserem Wocheneinkauf einzudecken, ging es in den Garten.

Hier ging nun die Erde retour in die Grube. Auf diesem Weg ging es glücklicherweise etwas schneller – in gut 45 Minuten waren die 2 m³ wieder im Loch und es ließ sich nun erkennen, dass dort in naher Zukunft Leben gedeihen sollte.

Die letzte Amtshandlung des Tages war das Versetzen einiger Wegplatten, die zwischen Rasen und Gemüsebeet verlegt waren. Darunter kam ein ordentliches Geflecht an Mäusegängen zum Vorschein.

Gänge von Wühlmäusen
Die Wühlmäuse haben gute Arbeit geleistet – Das Gangsystem ist beeindruckend!

Das entstehende Loch wurde mit etwas Erde verfüllt und die Platten erst einmal vor unserer Laube aufgestapelt.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir daheim und bereiteten Essen für die kommenden Tage vor, die wir intensiv im Garten nutzen wollten.

Donnerstag – 09.04.2020 | Der Rahmen steht!

Gründonnerstag – keine Verpflichtungen außer der selbstauferlegten Arbeiten im Garten. Herrlich!

Ein guter Tag also, um mit dem Gewächshaus tüchtig voranzukommen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück fanden wir uns gegen 12 Uhr im Garten ein und begannen mit dem Aufbau des Gewächshauses.

Wir legten die Platten, die wir am Vortag dem Rasen entrissen hatten als Weg vor die künftige Eingangstür. Die Maße von 40×40 pro Platte passten ideal als Weg, um später genug Bewegungsfreiraum zu haben und rundherum genug Beet Fläche zu erhalten.

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Die Wegplatten sind verlegt.

Die echte Geduldsarbeit folgte im Anschluss, da die Verschraubung der Rahmensegmente an einigen Stellen alles andere als einfach ist.

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Das Ergebnis zur Mittagspause!

Um 16.10 Uhr konnten wir dann das Zwischenergebnis bestaunen: Der Grundrahmen steht.

Grund genug, um schnell den Grill anzuwerfen und diese Leckereien zur Stärkung zuzubereiten:

Grillteller mit Baguette, Maiskolben, Grillgemüse und Seitanwurst.
Ein leckerer Grillteller mit Maiskolben, Grillgemüse und Seitanwurst.

Im Anschluss wollte ich gerne noch weiter machen. Wir bauten die Tür erfolgreich ein, doch beim Einsetzen des Dachfensters verließ uns das Glück. Falsch zusammengesetzt sorgte es nach gut 6 Stunden Schrauberei am Gewächshaus für ein ziemlich hohes Frustlevel.

Um uns nicht unnötig schlechte Laune zu machen, entschieden wir uns für den Feierabend und vertagten die restlichen Arbeiten auf den Folgetag.

Freitag – 10.04.2020 | Die Folie abziehen ist doch immer am schönsten

Neuer Tag, neues Glück. Während das Dachfenster gestern noch für Frust sorgte, ließ sich nun mit einem klaren Kopf doch eine Lösung finden. Nach kurzer Zeit war dann auch der hydraulische Fensteröffner installiert und es blieb nur noch die Verglasung anzubringen.

Automatischer Fensteröffner Vitavia Venus 3800
Der Fensteröffner ist installiert.

Auch hier gab es viel zu Tun – einige Fenster mussten mit einer Plastik-Schiene miteinander verbunden werden. Eine weitere echte Frustarbeit, da man ein hohes Kraft maß aufwenden musste, um die Plexiglasscheiben überhaupt in die Schiene zu bekommen.

Da man sich immer zwischen zu wenig Kraft und der Angst, die Scheibe zu zerbrechen bewegte, kostete uns das Zusammensetzen der Scheiben einiges an Nerven.

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Diese Plastikverbinder sind der echte Endgegner in diesem Aufbauprozess!

Als dies nun endlich geschafft war, konnten wir die Scheiben nun im Rahmen einklinken.

Hierfür wurden vorher kurz die Dichtungsgummis aufgezogen und die Scheiben mit Spann-Klammern im Rahmen verankert.

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Auf Dauer schmerzhaft für die Finger: Spannklammern am Gewächshaus.

Das Anbringen der Klammern war ein echter Akt, der mich am Ende mit einem tüchtig schmerzenden Daumen belohnte.

Schlussendlich war es aber nach 3,5 Stunden Arbeit an diesem Tag vollbracht:

Das Gewächshaus steht und ich kann die Markierungsfolie von den Scheiben abziehen. Wie bei neuen Elektrogeräten auch ein erhebendes Gefühl!

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Folie abziehen ist doch am schönsten!

Den Rest des Tages konnten wir nun mit leichteren Arbeiten im Garten verbringen.

Beobachtet von den ersten Obstblüten im Garten – in diesem Fall von unserer Naschi-Birne – pflanzten wir Erbsen, grillten wieder fleißig und konnten am Ende des Tages auf mächtig viel Erreichtes blicken.

Blüte der Naschi-Birne

Samstag – 11.04.2020 | Zeit für Umgestaltung

Nicht ganz getreu dem Motto „Alles neu macht der Mai“ begannen wir nun, uns wieder einmal Gedanken zur Gartengestaltung zu machen.

Es sollte wieder mal etwas mehr Platz her. Dafür setzten wir viele Blumen um, die in die Gemüsebeete reinwuchsen. Einige wurden auch entsorgt, da wir mit ihnen in der Vielzahl nicht mehr viel anzufangen wussten.

Zum Ende hatten wir um einiges mehr Beet und schönere, weil dichtere Blumenbeete.

Für den Tag sollte es dann auch schon wieder reichen mit der Gärtnerei. Den Rest des Samstages gönnten wir uns einen schönen Netflix-Marathon auf der heimischen Couch! 😊

Sonntag – 12.04.2020 | Von Wegplatten und Rosenbögen

Nachdem wir am Vortag schon gründliche Vorarbeit geleistet hatten, ging es am heutigen Tag darum, die Wege an den Gemüsebeeten neu zu verlegen.

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Mehr Platz dank sparsamerer Plattenplatzierung und entfernten Blumen!

Die Wegplatten hatten wir schon vor geraumer Zeit entfernt, da wir mit der Positionierung nicht zufrieden waren. Jetzt haben wir sie enger zusammengelegt und in einem engeren Bogen um das mittlere Blumenbeet gezogen.

Der aktuelle Planungsstand sieht vor, den Weg drumherum demnächst mit Rindenmulch zu bestreuen und somit eine ebenere Fläche zu erzeugen.

Als zweites Tagesprogramm stand der Aufbau unseres Rosenbogens auf dem Plan.

Diesen hatten wir uns kurz zuvor bei Aldi für kleines Geld geschossen und bereits zwei schöne Kletterrosen bestellt.

Da diese in der folgenden Woche geliefert werden sollen, nutzten wir also den Nachmittag, um eben diesen schon einmal aufzubauen und in Position zu bringen.

Am Ende passt er sehr gut an unser Gartentor und wir sind schon sehr gespannt, wie schön er aussehen wird, sobald sich die Rosen um ihn herumrankeln.

Ebenso gespannt bin ich zu erfahren, wie lange der Bogen hält – die Verarbeitung ist (wie auch kaum anders zu erwarten) eher schlecht als Recht. Vermutlich ein Kandidat für 4-5 Jahre, vielleicht überrascht er mich ja aber auch und hält länger. 😉

Den Tag schließen wir mit einem schönen Grillerchen – Es gibt spanische Tortilla, Rote-Bete-Salat und selbstgemachtes Seitan-Steak.  Zum reinlegen!

Vegane Tortilla mit Rote Bete Salat und Seitan-Steak.

Mittwoch – 15.04.2020 | Bestandsaufnahme

Die vergangenen Tage war das Wetter etwas unangenehmer – die Temperaturen sind gefallen, es war sehr stürmisch und auch der eine oder andere Regentropfen hat sich über Leipzig blicken lassen.

Da sich das Wetter zum Mittwoch wieder verbesserte und die vorherigen Tage auch nicht wirklich viel Regen gefallen war, radelte ich vor der Arbeit kurz in den Garten, um zu wässern.

Mit Freude konnte man feststellen: das Gewächshaus hat dem ersten Test standgehalten – nur unsere Deko-Windmühle, die erhöht auf einem alten Baumstamm stand hat es umgeweht und leicht beschädigt.

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Die Windmühle hat es leider umgeweht.

Insgesamt ist es schön zu sehen, wie der Garten langsam erwacht. Überall blühen die ersten Blumen, die Radieschen treiben langsam aus und auch der Kirschbaum reiht sich allmählich in die Blütenpracht der Tulpen ein.

Gartentagebuch April 2020 - Bestandsaufnahme zur Monatsmitte
So langsam beginnt die Natur mit Ihrer Arbeit im Garten.

Insgesamt dauerte das Wässern eine knappe halbe Stunde – danach ging es fix weiter zum Spätdienst.

Donnerstag – 16.04.2020 | Kirschblüte im Zenit zu Gurkenpflanzen

In den Vergangenen Wochen haben sich meine vorgezogenen Tomaten super entwickelt. Aus dem kleinen Quelltopf mussten sie nach einiger Zeit in größere umgetopft werden, da der Platz nicht mehr reichte.

Eine wesentlich steilere Karriere legten in unserem Anzuchtgewächshaus dafür die Gurken hin.

Wir hatten sowohl Landgurken als auch Gewürzgurken vorgezogen, die in unserem Gewächshaus ihren Unterschlupf finden sollten.

Diese haben in ihrem Zuhause auf der Fensterbank den Turbo eingelegt und waren nach bereits 3 Tagen bereit, ihr Zuhause zu wechseln. Enorm, wie viel Energie in so einem kleinen Sämling steckt!

Nun mussten also die Gurken entweder umgetopft werden oder direkt in die Erde kommen.

Da das Gewächshaus bereits fertig ist und ein wunderbares Klima für die Jungpflanzen bietet, ging es für die jungen Gurken also in den Garten.

Gurkenpflanzen im Gewächshaus
Die Gurken sind eingezogen.

Die vier Gurkenpflanzen fanden ihren Platz an der Rückseite des Gewächshauses. Die Tomatenpflanzen sind inzwischen mit umgezogen und dürfen ihre weitere Wachstumsperiode in der warmen Glashütte verbringen.

Junge Tomatenpflanzen im Topf
Die Tomaten haben sich auch schon gut entwickelt.

Auf unseren Fensterbanken ist uns schlichtweg der Platz ausgegangen.

Zeit für weitere Anblicke der natürlichen Schönheit und Wachstumskraft: der Kirschbaum steht nun wirklich in voller Blüte und erfreut mit einem weißen Blütenmeer.

Weiße Kirschblüte
Der Kirschbaum zeigt sich dieses Jahr von der besten Seite.

Kurz davor eskaliert derzeit eine Schalotte – statt den üblichen 2-3 Trieben hat diese Jungpflanze offenbar zu viel Energie und hat diese Auswüchse gebildet:

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Nach der kurzen Pflanzaktion am Vormittag war das Gartengeschehen auch wieder vorbei – die Arbeit ruft, keine weitere Zeit also für den Garten.

Samstag – 18.04.2020 | Unkraut und Feldwespen

Dieser Samstag war ein klassischer Buddel- und Gestaltungstag. Marie und ich gruben uns durch diverse Zierbeete, um den vereinzelten Unkräutern und Grasbüscheln Einhalt zu gebieten, die sich dort ausbreiten wollten.

Des Weiteren konnten wir im Anschluss die Wegplatten zwischen Zaun und rechtem Gemüsebeet neu verlegen, um auch dort in Zukunft wieder trockenen Fußes treten und gießen zu können.

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Auch zwischen Zaun und Gemüsebeet lässt sich jetzt wieder fest treten.

Zum Nachmittag dann ein kurzer Schreck: An mehreren Stellen an unserer Laube (vor allem unter dem Dach am Vorbau) fingen Wespen an, ihre Nester zu bauen.

Der genauere Blick war dann noch befremdlicher – da es sich nicht um die ansonsten bekannten deutschen Wespen handelte.

Die äußerlichen Merkmale passten nicht – zum einen waren die Wespen nicht leuchtend gelb, zum anderen waren die Hinterbeine ungewohnt lang für eine normale deutsche Wespe.

Feldwespen beim Nestbau
Die Feldwespen bauen ihr Nest.

Eine kurze Internetrecherche gab Aufschluss: es handelt sich um Feldwespen.

Von solchen hatte ich in meinem Leben bislang noch nie gehört – dennoch war es sehr spannend mehr über sie zu erfahren:

Die Feldwespe ist wesentlich weniger aufdringlich als die deutsche Wespe. Sie geht nicht ans menschliche Essen, hält den Garten frei von Schädlingen, sie ist sehr friedfertig und sticht nur bei unmittelbarer Bedrohung (und dann tut der Stich wohl noch nicht mal wirklich weh).

Zudem bauen mehrere Königinnen auf einmal das Nest auf. Rangkämpfe definieren die Vorherrschaft und die unterlegenen Königinnen fungieren als Arbeiterinnen weiter – sobald die Königin sterben sollte, nimmt die nächste ihren Platz ein.

An sich also ein sogar recht willkommener Nützling. Leider waren die meisten Nistplätze direkt über unseren Schuppentüren angesetzt, wodurch wir bei vollem Nest-Ausbau wohl für viele Stresssituationen bei den kleinen Gäste gesorgt hätten.

Wir entfernten also die Nestansätze an den kritischen Stellen, als mal keine Königin das Nest bewachte. Richtung Giebel ist noch ein Ansatz, der an sich kein Problem darstellen sollte. Mal schauen, ob es dort wirklich zum Nestbau kommt und wie sich die Insekten dann verhalten.

Am späteren Nachmittag folgte dann der Zapfenstreich – ich musste zur Arbeit und wir fuhren heim.

Montag – 20.04.2020 | Endlich darf ich wieder in den Baumarkt!

Die vergangenen Wochen waren hart für den Gartenneuling. Viel wollte ich bauen und gestalten, aber Corona ließ mich einfach nirgends in die Baumärkte, um Material zu besorgen.

Ab diesem Montag durfte man in Sachsen nun endlich wieder die heiligen Hallen der privaten Baukunst unter den gegebenen Auflagen betreten und so fuhr ich gleich zum Vormittag dorthin – freier Tag sei Dank!

Voll bepackt mit Baumaterial für mein geplantes Tomatenhaus, ein paar Kräutertöpfen und Rindenmulch für die Wege trat ich den Weg in den Garten an.

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Die Ausbeute nach langer Baumarkt-Abstinenz

Dort angekommen begann ich, die Balken vorzusägen, welche später lasiert werden sollten.

Rückblickend eine miese Idee, das alles mit dem Fuchsschwanz zu tun, da wirklich präzise und gerade Gehrungsschnitte so nicht möglich sind.

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Das Zusägen der Balken kann beginnen.

Wenn ich das nächste Mal ein solches Projekt angehe, leihe ich mir eine entsprechend Kapp- und Gehrungssäge – das wird es definitiv leichter und präziser machen.

Die 40 € Leihgebühr hätten mir definitiv viel Mühen erspart, aber so hatte ich nun über mehrere Tage einiges zu tun und werde am Ende vermutlich mit einem großartigen Gefühl über das selbstgebaute Endergebnis belohnt! 😊

Samstag – 25.04.2020 | Die Bepflanzung des Gewächshauses ist abgeschlossen

Nachdem schon vor einer guten Woche die Gurken pflanzbereit waren, ist nun auch die Vorzucht unserer Paprika-Pflanzen, der Chili, Zucchini, Kürbis und des Thymians geglückt.

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Die neuen Jungpflanzen für den Garten: Zucchini, Kürbis, Paprika, Chili und Thymian.

Zeit also, wieder ein wenig Grün in die Erde im Garten zu bringen.

Im Gewächshaus fanden auf der linken Seite unsere beiden Spitzpaprika-Pflanzen Platz, während auf der rechten Seite die normalen Gemüsepaprika und die Chili an ihren angedachten Ort kamen.

Auf der linken Seite schön zu sehen: Auch unser direkt gesätes Basilikum, den wir gemeinsam mit den Gurken eingesetzt hatten, kommt langsam aus dem Boden! 😉

Bepflanztes Gewächshaus.
Das fertig bepflanzte Gewächshaus.

Theoretisch ist es aktuell noch zu früh, um Kürbis und Zucchini in die freie Wildbahn zu entlassen. Da die Großwetterlage in den nächsten zwei Wochen aber nicht mit Frost rechnen lässt, sind wir jetzt einfach mal mutig und bringen die angezogenen Pflanzen in ihre Position auf den Gemüsebeeten.

Hinzu kommen noch ein paar Topinambur-Knollen, die wir geschenkt bekommen haben. Diese ziehen am Zaun ein, um im Sommer ein wenig Sichtschutz zu bieten und uns im Herbst mit den leckeren Knollen auf dem Teller zu dienen.

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Topinambur kommt in den Boden.

Dabei merkten wir, wie uns allmählich der Platz im Garten ausgeht. Dies nutzten wir, um das Blumenbeet am Zaun komplett zu machen.

Auf gut 4m wuchs der Rasen bislang direkt bis an den Zaun und unterbrach damit die ansonsten konsequente Zierbepflanzung des Zauns.

Nun also stachen wir dort die Grassoden aus, um für ein einheitliches Bild und mehr Platz im Garten zu sorgen. Den Großteil der Soden nutzten wir, um diese direkt nebenan in die klaffenden Löcher der Bodenplatten einzusetzen, die bislang nicht wirklich zuwachsen wollten.

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Der Rasen am Zaun weicht dem künftigen Blumenbeet.

Nun haben wir, dank dieser Aktion, eine einheitlichere Rasenfläche und konnten somit auch noch die letzten Topinambur-Knollen ins Erdreich bringen.

Zum Abschluss nahm mit unseren gekauften Kräutertöpfen die Kräuterreihe am Weg weiter Form an.

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Rosmarin und Oregano reihen sich nun beim Lavendel ein.

Sonntag – 26.04.2020 | Weiter geht die Bepflanzung

Nachdem der gestrige Tag schon einen guten Auftakt geboten hat, sollte es heute noch eine Nummer intensiver werden:

Auch die vorgezogenen Wirsingkohlpflanzen sollten in die Erde – dazu kamen allerlei Zierblumen, die die noch freien Stellen in den Blumenbeeten füllen sollten: kleine und große Löwenmäulchen, Kapuzinerkresse und roter Sonnenhut gesellen sich zu den schon gesäten Sonnenblumen und anderen bienenfreundlichen Pflanzen, die allmählich anziehen.

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Der Wirsing ist im Beet.

Für die Kapuzinerkresse reaktivierten wir die Rank-Hilfe an unserem Vorbau – sie soll möglichst als Sichtschutz für die Holzkonstruktion dienen und die Veranda schön umrahmen.

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An den Fäden kann die Kapuzinerkresse klettern.

Des Weiteren hatte ich in den Vortagen eine schöne Odyssee hinter mir – ich hatte endlich einen Thermo-Komposter bestellt, nur kam dieser in den vergangenen Tagen nie an, trotz heimischer Präsenz.

Nun konnte ich also den Sonntag schonmal nutzen, um den ganzen Holzschnitt der vergangenen Wochen mit der Gartenschere zu zerkleinern. Die Schnitzel sollen dann mit in die Kompostierung, sobald das Gerät endlich mal bei mir landet.

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Das Holz stapelte sich schon – Zeit also, es zu zerkleinern.

Nachdem ich das Handtraining hinter mir hatte, ging es um den letzten großen Brocken: Den Weg zwischen Gemüse- und Blumenbeet. Dieser hatte tiefe Randsteine eingelassen, um ein Überspringen der Pflanzen zu vermeiden.

Da wir das Gemüsebeet noch etwas erweitern wollten, um genug Platz für unsere erwarteten Erdbeeren zu haben, sollte nun also eine Reihe Begrenzungssteine weg.

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Die rechte Steinreihe soll weichen.

Du kannst mir glauben, die einen Meter langen Betonsteine aus dem Boden zu ziehen, wenn diese sich dort schon viele Jahre festsetzen konnten, ist ein echter Kraftakt! Eine gute halbe Stunde waren wir damit beschäftigt, sie an dem 6m langen Weg freizulegen.

Am Ende wurde auch das bisherige Wegstück noch einmal gründlich umgegraben, sodass der Boden für unsere leckeren Erdbeerpflanzen präpariert ist.

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Am Ende haben wir viel Platz für Erdbeeren!

Im Anschluss haben wir noch schön gegrillt und den herrlich warmen Tag in der Sonne ausklingen lassen.

Mittwoch – 29.04.2020 | Endlich mehr Platz für Kompost!

Gestern war es endlich soweit! Nachdem ich nun geschlagene 5 verfehlte Zustellversuche in den vergangenen Tagen hatte, an denen ich vom Lieferanten trotz Ankündigung nicht bedient wurde, kam nun endlich der Komposter an.

Entschieden habe ich mich nach eingehenden Recherchen für den Thermo-King 600 von Garantia. Nach den Bewertungen scheint er ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis zu haben.

Er sollte daher für einige Jahre gute Arbeit leisten und unseren Garten schneller mit frischem Humus versorgen als bisher die beiden kleinen Mieten.

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Zukünftig haben wir mehr Platz für Gartenabschnitte.

Nach dem Aufbau des Kunststoff-Kastens konnte ich mich also an das Sieben und Umsetzen des alten Komposts machen.

Dort war in den letzten Wochen und Monaten schon viel frischer Schnitt drauf gelandet, welcher direkt in den Thermo-Komposter wandern konnte. Im unteren Bereich ist in beiden Mieten die Kompostierung schon recht fortgeschritten gewesen, wodurch ich die dortige Schicht einmal durchs Schüttsieb geben konnte.

Nach mehreren Stunden des Schubkarre Schiebens und Schaufelns war nun also unser 600l Schnell-Komposter befüllt und die überquellenden Kompostmieten wieder frei.

Gefüllter Thermo King 600

Die Mieten dienen in Zukunft der Materialsammlung und Resteverwertung der anfallenden Gartenabfälle, die der Komposter nicht umgesetzt bekommt.

Einen teil des frisch gesiebten Humus nutzte Marie während meiner Komposterei, um die frischen Erdbeerpflanzen einzupflanzen und direkt mit nährstoffreicher Starthilfe zu versehen.

Unser neu gewonnenes Erdbeerbeet zieren nun 25 Pflanzen der frühtragenden Sorte Honeoye und 10 Pflanzen der bekannten Sorte Senga Sengana, die uns auch im späteren Sommerverlauf noch mit leckeren Erdbeeren versorgen wird! 😊

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Das Erdbeer-Beet ist bepflanzt

Mal schauen, ob die Pflanzen schon in diesem Jahr ordentlich tragen werden, oder ob wir uns da noch etwas gedulden müssen.

Donnerstag 30.04.2020 – Beginn des Tomatenhaus-Baus

In den vergangenen Tagen habe ich nebenbei immer wieder meine einzelnen Pfosten und Latten für das Tomatenhaus lasiert, damit diese mit einem guten Rundumschutz letztendlich den neuen Unterstand der geliebten Pflanzen bilden können.

Da wir zum Feiertag morgen keinen Krach machen können, sind Marie und ich an diesem Abend nach der Arbeit noch kurz in den Garten gefahren, um die Einschlagbodenhülsen zumindest schon einmal im Boden zu versenken.

Parzelle 198 – Schaffe schaffe, Häusle baue | Gartentagebuch April 2020 35
Die Bodenhülsen sind versenkt – jetzt kann der Aufbau bald losgehen.

Damit steht dem Aufbau des neuen Tomatenhaus im Mai nichts mehr im Weg. Inzwischen sind die Tomatenpflanzen recht groß geworden und freuen sich schon darauf, bald in Ihr neues Zuhause ziehen zu dürfen.

Das wird aber nun Teil des nächsten Gartentagebuchs werden – der April ist nun geschafft. Rückblickend ganz schön stattlich, was wir inzwischen in 1,5 Monaten so alles auf die Reihe bekommen haben!

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Lies weiter: Parzelle 198 – Ein Monat voller Tatendrang | Gartentagebuch März 2020

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